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Zisterzinserkloster Walkenried
Zur Geschichte: Das ehemalige Kloster Walkenried ist die dritte Gründung des Zisterzienserordens (1127-1129) auf deutschem Boden. Als Stifterin ist Adelheid aus dem Hause Lohra überliefert. Am Südwestharz gelegen, entwickelt es sich als Tochtergründung vom Kloster Kamp am Niederrhein rasch zu einer der bedeutensten wohlhabensten und einflussreichsten Zisterzienserabteien Deutschlands. Schon 1132 erfolgt die erste Tochtergründung Porta (Schulpforte) bei Naumburg, eine zweite folgt 1141 in Sittichenbach bei Eisleben.
Über diese Tochterklöster entstehen 19 Filiationen im Osten bis nach Dünamünde im Baltikum und Moglia bei Krakau in Polen. Eine klug durchdachte, straffe Organisation des Zisterzienserordens und fortschrittliche Bodenwirtschaft waren entscheidend für diese erfolgreiche Entwicklung. Im 14. Jh.. endet dann durch verschiede äußere Einflüsse und innere Verfallserscheinungen die Blütezeit des Klosters. Die Wirren des Bauernkrieges 1525 fügen dem Kloster insbesondere der Kirche große Schäden zu. 800 Bauern besetzten und plünderten das Kloster, der Abriss des Dachreiters leitet den Verfall der Kirche ein, der 1570 bereits so fortgeschritten ist, dass seither und bis heute die ev. Gottesdienste im Kapitalsaal stattfinden. 1542 wird Walkenried zum Reichsstift erhoben, 1546 tritt der Konvent zur Reformation über. Eine Lateinschule für Jungen wird 1557 gegründet und besteht 111 Jahre lang (bis 1668). 1648 erfolgt die endgültige Säkularisierung und der ev. Konvent wird aufgehoben. Im 17. und 18. Jh. wird die Kirche als Steinbruch genutzt, die Klausur bleibt aber fast vollständig erhalten. Erste Sanierungsmaßnahmen werden um 1900 ausgeführt.
1978-1989 erfolgen dann in der Trägerschaft des Landkreises Osterode am Harz umfassende Erhaltungsmaßnahmen der gesamten Klosteranlage. 2002 wurde das Dormitorium zum Museum ausgebaut und weitere Nutzungsräume über dem Doppelten Kreuzgang zugänglich gemacht. Heute noch erhalten und zu besichtigen ist die frühgotische Klausuranlage mit den Kreuzgängen. Besonders sehenswert: der Doppelte Kreuzgang, doppelschiffiger Nordflügel des Kreuzganges mit vielfältigen Blattkapitellen. Der Kapitelsaal im Ostflügel ist bis heute ev. Gemeindekirche. Brunnenhaus, Brüdersaal als Arbeitsraum mit einem Flüsterbogen sowie der Innenhof der Klosteranlage sind dem Besucher zugänglich. Das ehemalige Herrenrefektorium enthält heute den Eingangsbereich und ein Restaurant mit Nebenräumen.
Walkenrieder Klosterkonzerte
Das aktuelle Saisonprogramm erhalten Sie im Kloster oder bei der örtlichen Touristinformation.
Führung durch die Klosteranlage
Über die Lebensweise der Zisterziensermönche und deren weitreichenden Einfluss im Mittelalter in Politik, Wirtschaft und Baukunst und natürlich die Geschichte des Klosters Walkenried, werden Sie bei den regelmäßigen Führungen durch die Klosteranlage informiert. In der Wintersaison werden regelmäßige Führungen nur samstags und sonntags jeweils 14.00 Uhr und 15.00 Uhr angeboten, die Anlage kann aber besichtigt werden. Informationen sowie telefonische Voranmeldung für Gruppen: 0 55 25 - 13 54.
Die Klosteranlage ist ganzjährig geöffnet.
Steinweg 16a
37445 Walkenried
Tel.: 0 55 25 - 13 54

