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Harzer HighlightsHarzer SchmalspurbahnenNationalpark HarzWelterbeAusflugszieleHarzfestHarzgeschichtenHarzer HotelsHarzer WölfeDer Kaiserring 2012 geht an John Baldessari
Double Feature: The Set-Up, 2011
Varnished inkjet print on canvas with acrylic and oil paint
© John Baldessari
Courtesy John Baldessari, Sprüth Magers Berlin London und Marian Goodman Gallery
Dem US-amerikanischen Künstler John Baldessari wird heute der Kaiserring der Stadt Goslar des Jahres 2012 verliehen. Das gab Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk heute beim traditionellen Neujahrsempfang in der Goslarer Kaiserpfalz bekannt. Baldessari gilt als einer der einflussreichsten bildenden Künstler der letzten sechzig Jahre und als einer der Väter der konzeptuellen Kunst.
Die Jury würdigt mit der Auszeichnung einen Künstler, dessen umfangreiches Werk - zunächst mit dem Stichwort der Konzeptkunst versehen - gerade von jungen Künstlern wahrgenommen wurde.
Das Werk entzieht sich der gängigen Einteilung: Seit Mitte der 1960er Jahre untersucht der 1931 in National City geborene Künstler mit Intelligenz und Witz die Bildrealitäten der Medien- Film- und Kunstwelt. In Fotocollagen, Billboards, Künstlerbüchern, Performances und Videoarbeiten spielt er mit Standards und Klischees der Alltagswelt und Massenmedien, verfremdet Bilder durch Ausblendungen und Verdeckungen und kombiniert Bild und Bild oder Sprache und Bild - doch niemals nur mit dem Ernst der Konzeptkunst, sondern eher mit dem Lächeln eines Weisen, der die richtigen Fragen stellt. Es ist ein Werk zwischen und mit vielen Medien, ein hybrides Werk zwischen Bild und Sprache, welches durch die Auseinandersetzung mit allegorischen und ikonografischen Traditionen neue Sinnzusammenhänge schafft.
Baldessari bezog mit Humor das scheinbar Amateurhafte ein: Frühe Video-und Fotoarbeiten scheinen kuriose Lehrstunden eines Dilettanten - diese ironische, lebensfrohe Haltung teilte keiner seiner damaligen Zeitgenossen. “Ich will keine langweilige Kunst machen“ (1971) – das war ein Vorsatz für ein großes Œuvre, mehrfach geschrieben auf einer vergrößerten Schultafel. Erfrischend, zupackend machen sich seine „Cut Up“-Collagen, oft aus Filmen, Werbung und Printmedien, über Künstler-Attitüden ebenso lustig wie über die Theorielastigkeit mancher Kunstdiskussion der 70er Jahre.
Sein Werk ließ Kalifornien, den Westen der USA erstmals in den Blickpunkt der Kunstszene rücken und zog junge europäische Künstler an. Ungemein einflussreich wirkte Baldessari ab 1970 als Lehrer am California Institut of the Arts in Los Angeles. Die Anerkennung seines Werkes hat sich seit seiner Einladung zur documenta 5, Kassel 1972 bis zur Krönung mit dem „Goldenen Löwen“ der Biennale Venedig 2009 und nunmehr dem Kaiserring 2012 entwickelt. Doch in Europa ist er trotz aller großen Erfolge immer ein „Künstler für Künstler“ geblieben.
Bis heute erfindet sich Baldessari weiterhin neu. Es entstehen große farbig brillante Kompositionen, überdimensionale Skulpturen und Filminstallationen.
Dies hat die Jury überzeugt, dem nunmehr 80jährigen den Kaiserring 2012 zu verleihen: „weil wir uns auf ein lebendig junges, neues Œuvre freuen!“, so Wulf Herzogenrath, Vorsitzender der Jury für den Kaiserring Goslar.


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