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Naturschützer werben kreisübergreifend für das Naturschutzgebiet Mittleres Innerstetal mit neuem Faltblatt
Mit einer Informationsoffensive werben die Naturschutzverbände entlang der Innerste vom Landkreis Goslar über Salzgitter und den Landkreis Wolfenbüttel bis nach Heinde/Gr. Düngen bei Hildesheim für ein großes und faszinierendes Schutzgebiet – das neue Naturschutzgebiet „Mittleres Innerstetal mit Kanstein“.
Nach vielen Jahren der Vorbereitung und nachdem die Naturschützer es immer wieder gefordert hatten, wurde die wertvolle Innersteaue als Naturschutzgebiet gesichert. Das Gebiet trägt die offizielle Nummer NSG BR 131 und ist etwa 563 ha groß. Es umfasst das Innerstetal zwischen der Stadt Langelsheim am nördlichen Harzrand und der Stadt Bad Salzdetfurth sowie die Felshänge des markanten Kansteins im Süden und die Derneburger Teiche in der Gemeinde Holle.
Kennzeichnend für den noch erhaltenen naturnahen Charakter des Gebietes sind die schnellfließende Innerste mit Wasservegetation, Schotterinseln, Abbruchkanten, Prall- und Gleitufern und die den Fluss begleitenden hochstauden- und blütenreichen Schotterfluren sowie schwermetallbeeinflussten Flussschotter-Magerrasen.
Das Naturschutzgebiet ist nicht zuletzt wegen seiner Sekundärgewässer – hier sind insbesondere die auch gartenhistorisch bedeutsamen Derneburger Teiche zu nennen – ein wertvoller Lebensraum seltener und gefährdeter Vogelarten.
Besonders schutzwürdige Brutvögel des Gebiets sind:
- der Schwarzstorch, er benötigt großräumige, störungsarme Gebiete für die Nahrungsaufnahme
- die Rohrweihe, sie findet hier großflächige Röhrichte und Verlandungszonen, aber auch kleinflächige naturnahe Feuchtbiotope mit Röhrichtbeständen
- der Eisvogel, der auf steilwandige Ufer und Abbruchkanten von mindestens 50 cm Höhe angewiesen ist, deren Substrat das Graben von Nisthöhlen erlaubt. Weiterhin benötigt er ufernahe Gehölze mit überhängenden Zweigen oder ähnlichen Ansitzmöglichkeiten insbesondere an der Innerste und den Mühlengräben
- der Mittelsäger, er findet hier eine gewässernahe, dichte, mit Steinen durchsetzte hohe Bodenvegetation und gewässernahe Gehölzbereiche sowie vergleichbare Strukturen auf den Schotterinseln der Innerste
Wichtige Zugvogelarten des Naturschutzgebietes sind:
- die Wasserralle, für sie müssen großflächige Röhrichte und Großseggenrieder mit oberflächennahem Grundwasserstand sowie kleinere Röhrichte in Bruchwäldern, Feuchtwiesen und feuchten Niederungsbereichen geschützt werden
- der Gänsesäger, der in seinem Lebensraum insbesondere freie und ungestörte Wasserflächen zum Tauchen benötigt
Das Gebiet dient darüber hinaus auch dem Schutz weiterer im Gebiet vorkommender Brut- und Gastvogelarten, insbesondere Schwarz- und Rotmilan, Zwergtaucher, Stockente, Tafelente, Reiherente, Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Pirol, Nachtigall, Gebirgsstelze, Wasseramsel und Uferschwalbe.
Das Naturschutzgebiet ist sogar von europäischem Interesse. Denn es umfasst das FFH-Gebiet 121 "Innersteaue (mit Kanstein)" und entspricht flächenmäßig dem europäischen Vogelschutzgebiet V52 "Innerstetal von Langelsheim bis Groß Düngen". Eine große Verantwortung für uns hier in der Region!
Zuständige untere Naturschutzbehörden sind die Landkreise Goslar, Hildesheim und Wolfenbüttel sowie die Stadt Salzgitter. Federführend ist der Landkreis Goslar.
Wichtigstes Motto im Schutzgebiet: Natur erleben ohne zu stören: Bleiben Sie bitte im Schutzgebiet auf den Wegen und führen Sie Hunde an der Leine.
Das neue 12-seitige Faltblatt ist kostenlos erhältlich und wurde herausgeben vom Verein Natur- und Umwelthilfe Goslar. Es wird von BUND, NABU und OVH sowie der Paul-Feindt-Stiftung Hildesheim mitgetragen und ist von den genannten Naturschutzverbänden der Städte und Kreise Goslar, Salzgitter, Wolfenbüttel und Hildesheim erhältlich und auch ganz bequem im Internet unter www.ovh-online.de und www.natur-und-umwelthilfe-goslar.de herunterzuladen. Auch liegt es z.B. im Foyer des Kreishauses Goslar aus.


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